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CORONA-FAQ: WISSENSWERT FÜR EIGENTÜMER und VERMIETER

Stand: 28. Juni 2021 / Baden-Württemberg

Aufgrund der Corona Pandemie kommt es weiterhin zu Beschränkungen aller Lebensbereiche, auch wenn sich infolge sinkender Inzidenzwerte eine deutliche Entspannung der Lage abzeichnet. Zu einzelnen Fragen, die sich für Vermieter
und Eigentümer stellen, haben wir Ihnen nachfolgend die wichtigsten Antworten
und Informationen zusammengestellt. 

Bitte beachten Sie: Die Rechtslage ist sehr dynamisch und kann sich jeder-zeitig kurzfristig ändern! Eine Gewähr für die Richtigkeit der Hinweise kann
nicht übernommen werden.

Die Landesregierung hat am 25. Juni 2021 eine neue Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus (Corona-VO) beschlossen. Die neuen Regelungen gelten seit dem 28. Juni
2021. Ein kurzer Überblick über die Änderungen :
 

Die Corona-VO wurde zum 28. Juni 2021 komplett überarbeitet und wesentlich vereinfacht. Die vier neuen Inzidenzstufen (s.u.) tragen zum einem dem derzeit entspannten Infektionsgeschehen Rechnung, ziehen aber auch ganz klare Grenzen für den Fall, dass die Infektionszahlen wieder steigen.

Neu eingeführt wurde die Inzidenzstufe 1 (unter 10), die die meisten Freiheiten bei den Kontaktbeschränkungen sowie bei privaten und öffentlichen Veranstaltungen lässt.

Überschreitet ein Stadt- oder Landkreis an fünf aufeinanderfolgenden Tagen den jeweiligen Schwellenwert, werden die Öffnungen wieder zurückgenommen.

Gerade mit Blick auf die Bedrohung durch die Delta-Variante gilt es trotz der Lockerungsstufen weiter vorsichtig zu sein und die AHA+L-Regeln einzuhalten.

Die medizinische Maskenpflicht ab 6 Jahre bleibt weiterhin generell bestehen. Ausnahmen gelten nur in geschlossenen Räumen bei privaten Treffen, privaten Feiern, in der Gastronomie, Kantinen, Mensen und Cafeterien während des Essens und Trinkens und beim Sport treiben.

Eigentümerversammlungen können wieder uneingeschränkt stattfinden. Bislang durften Versammlungen nur durchgeführt werden, wenn sie „notwendig“ waren. Folglich mussten dringende Gründe vorliegen, sodass „normale Versammlungen“ nicht stattfinden durften. Diese Einschränkung ist entfallen.


























Es gelten folgende vier Inzidenzstufen:

 Inzidenzstufe 4: 7-Tage-Inzidenz im jeweiligen Stadt- oder Landkreis über 50

Inzidenzstufe 3: 7-Tage-Inzidenz im jeweiligen Stadt- oder Landkreis zwischen 50 und 35

Inzidenzstufe 2: 7-Tage-Inzidenz im jeweiligen Stadt- oder Landkreis zwischen 35 und 10

Inzidenzstufe 1: 7-Tage-Inzidenz im jeweiligen Stadt- oder Landkreis unter 10

















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1. Mietzahlung - Minderung

Mietzahlung

Die Verpflichtung zur Mietzahlung (gewerblich wie privat) besteht weiterhin unein-geschränkt. Es gibt aktuell keine gesetzlichen Sonderregelungen. Daher gerät der Mieter bei nicht fristgerechter Zahlung in Verzug. Es können Verzugszinsen fällig werden (5 % über dem Basiszinssatz, sofern der Mieter ein Verbraucher ist).
Mieter und Vermieter können sich jedoch über eine Stundung der Miete (Zahlung
zu späterem Zeitpunkt oder in Raten) bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten des
Mieters verständigen. Die Stundung kann zinsfrei oder verzinst erfolgen.

Für gewerblich Miet- und Pachtverhältnisse wurde zum Ende des Jahres 2020 eine Änderung eingeführt. Staatlich angeordnete Schließungen von Geschäften gelten nunmehr als "Störung der Geschäftsgrundlage" (§ 313 BGB) und sollen eine Anpassung des Miet- oder Pachtvertrages ermöglichen. Das sieht der am 13.12.
2020 gefasste Corona-Beschluss von Bund und Ländern vor. Die Neuregelung ist
am 31.12.2020 in Kraft getreten.

Artikel 240 § 7 EGBGB (Störung der Geschäftsgrundlage von Miet- und Pachtverträgen) lautet:

(1) Sind vermietete Grundstücke oder vermietete Räume, die keine Wohnräume
sind, infolge staatlicher Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie für den Betrieb des Mieters nicht oder nur mit erheblicher Einschränkung verwendbar,
so wird vermutet, dass sich insofern ein Umstand im Sinne des § 313 Absatz 1
des Bürgerlichen Gesetzbuchs, der zur Grundlage des Mietvertrags geworden ist, nach Vertragsschluss schwerwiegend verändert hat.

(2) Absatz 1 ist auf Pachtverträge entsprechend anzuwenden.


Für Gewerbemiet- und Pachtverhältnisse, die von staatlichen Covid-19 Maß-
nahmen betroffen sind, wird damit "gesetzlich vermutet", dass erhebliche
(Nutzungs-) Beschränkungen in Folge der Covid-19-Pandemie "eine schwerwie-
gende Veränderung der Geschäftsgrundlage darstellen können". Hierdurch sollen Verhandlungen zwischen Gewerbemietern, Pächtern und Eigentümern vereinfacht werden.

Wichtig: Die Neuregelung führt nicht zu einer automatischen Miet- oder Pacht-reduzierung. Vielmehr müssen die Parteien über die Höhe verhandeln!


Minderung wegen Quarantäne oder Einnahmenausfall?

Generell stellt die Corona-Krise keinen Grund für eine Mietminderung dar. Auch
eine Erkrankung des Mieters ist weder für ihn noch für die anderen Mieter ein
Grund für eine Mietminderung. Dies ist letztlich nicht anders zu beurteilen, als
wenn er eine beliebige andere Krankheit hätte. Daher hat dies keine Auswirkung
auf die Pflicht zur Mietzahlung.

Auch der Umstand, dass ein Bewohner des Hauses unter Quarantäne steht und
seine Wohnung nicht verlassen darf, stellt für die übrigen Bewohner keinen Mangel dar. Ein Minderungsrecht besteht nicht, da der Mietgebrauch hierdurch nicht be-
einträchtigt wird. Gleiches gilt, wenn sich der Mieter (z.B. bei Kurzarbeit) auf einen Einnahmenausfall beruft. Der Vermieter muss auch nicht über einen Covid-19 Verdachtsfall im Haus informieren.


Kündigung wegen Mietschulden – Sonderregelung zum 30. Juni 2020 ausgelaufen!

Wegen Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April 2020 bis 30. Juni 2020 durfte und darf ein Mietverhältnis nicht gekündigt werden, sofern die Mietschulden
auf den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie beruhen. Der Zusammenhang
zwischen COVID-19-Pandemie und Nichtleistung ist vom Mieter glaubhaft zu
machen. Im Streitfall müssen Tatsachen dargelegt werden, aus denen sich eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für einen solchen Zusammenhang ergibt. Erst
wenn der Mieter oder Pächter die Zahlungsrückstände auch nach dem 30. Juni
2022
noch nicht beglichen hat, kann ihm wieder gekündigt werden.

Gab es Zahlungsrückstände aus früheren Zeiträumen (vor dem 01. April 2020),
die zur Kündigung berechtigten, oder sonstige Kündigungsgründe des Vermieters
(z. B. Eigenbedarf oder aufgrund Fehlverhaltens des Mieters gegenüber dem Vermieter), war eine Kündigung weiterhin zulässig.

Die Kündigungsbeschränkung für Miet- und Pachtverhältnisse wegen Corona bedingter Zahlungsausfälle ist zum 30.06.2020 ausgelaufen. Daher kann ein Vermieter bei Zahlungsrückständen, die nach diesem Zeitpunkt entstanden sind, wieder uneingeschränkt kündigen!


Umsatzsteuer bei Gewerberaummietverträgen

Die Regelung zur Absenkung des Umsatzsteuersatzes von 19 % auf 16 % ist ebenfalls ausgelaufen.  Dies mit Ablauf des 31.12.2020. Eine Verlängerung wurde nicht beschlossen.

Wurde der Mietvertrag oder die ergänzend zum Mietvertrag laufende Dauer-
rechnung auf den für sechs Monate verringerten Umsatzsteuersatz umgestellt,
muss jetzt erneut eine Umstellung vorgenommen werden. Und zwar auf den seit
dem 01.01.2021 (wieder) geltenden Umsatzsteuersatz von 19 %. Im Zweifel muss
bei steuerlichen Fragen Rücksprache mit dem Steuerberater genommen werden!

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2. Wohnungseigentum

Eigentümerversammlung

Eigentümerversammlungen können wieder durchgeführt werden, ohne dass es
dafür einen triftigen Grund braucht. Die einschränkende Regelung, dass nur „notwendige Gremiensitzungen“ durchgeführt werden dürfen, ist entfallen.

Die Durchführung einer WEV ist aber – wie bisher - an diverse Auflagen gekoppelt. So muss ein Hygienekonzept nach Maßgabe von 8 Abs. 4, 5 Corona-VO erstellt
und eine Datenverarbeitung durchgeführt werden. 

Da „Gremiensitzungen“ nach 8 Abs. 3 Ziff. 1 von den Beschränkungen des 8 Abs.1, Abs.2 ausgenommen sind, spielt die Inzidenzstufe für die höchstzulässige Teilnehmerzahl keine Rolle mehr.

Generell gilt in geschlossenen Räumen die Maskenpflicht. Dabei ist mindestens
eine medizinische Maske zu tragen. Zulässig sind auch FFP2-Masken oder KN95-/N95-/KF94-/KF95-Masken. Im Freien gilt die Maskenpflicht, wenn ein Ab-
stand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen nicht dauerhaft eingehalten werden kann.


Wohngeldzahlungen

Wohngeldzahlungen sind weiterhin zu entrichten. Der zuletzt beschlossene Wirtschaftsplan gilt (vorübergehend) bis zum Beschluss eines neuen Wirtschafts-
plans fort. Außerdem bleibt der zuletzt bestellte Verwalter bis zu seiner Abberufung oder bis zur Bestellung eines neuen Verwalters im Amt. Die Sonderregelungen zur Amtsdauer des WEG-Verwalters und zur Fortgeltung des Wirtschaftsplans sind
bis zum 31.12.2021 befristet.

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3. Neuvermietung - Umzug

Wohnungsbesichtigung

Wohnungsbesichtigungen sind zulässig. Ein Makler (als Dienstleister) darf sich
eine leerstehende Wohnung ansehen, da die Besichtigung eine berufliche Tätigkeit darstellt.

Besichtigungen mit Dritten bzw. Interessenten sind unter Beachtung der Kontaktbeschränkungen (in Abhängigkeit vom Inzidenzwert) ebenfalls machbar.
Die Kontaktbeschränkungen definieren sich aktuell wie folgt:

Inzidenzstufe 4 (über 50): Treffen sind mit maximal 5 Personen aus nicht mehr
als 2 Haushalten erlaubt. Kinder der jeweiligen Haushalte bis einschließlich 13
Jahre werden nicht mitgezählt.

Inzidenzstufe 3 (zwischen 50 und 35): Treffen sind mit maximal 15 Personen
aus nicht mehr als 4 Haushalten möglich. Kinder der jeweiligen Haushalte bis ein-
schließlich 13 Jahre werden nicht mitgezählt. Zusätzlich können bis zu fünf
Kinder bis einschließlich 13 Jahre aus fünf weiteren Haushalten hinzukommen („Kindergeburtstagregel“).

Inzidenzstufe 2 (zwischen 35 und 10): Treffen sind mit maximal 15 Personen
aus nicht mehr als 4 Haushalten möglich. Kinder der jeweiligen Haushalte bis ein-
schließlich 13 Jahre werden nicht mitgezählt. Zusätzlich können bis zu 5 Kinder
bis einschließlich 13 Jahre aus 5 weiteren Haushalten hinzukommen („Kindergeburtstagregel“).

Inzidenzstufe 1 (unter 10): Treffen sind mit maximal 25 Personen ohne Be-
grenzung der Haushalte erlaubt. Kinder bis einschließlich 13 Jahre zählen zur Personenzahl hinzu.


Wohnungsübergabe / Wohnungsrückgabe

Bei Wohnungsrückgaben oder Wohnungsübergaben ist die Rechtslage vergleich-
bar. Auch hier ist auf die aktuellen Kontaktbeschränkungen zu achten. Wohnungsrückgaben und Wohnungsübergaben sind aber generell zulässig.


Umzug

Für privat organisierte Umzüge gelten ebenfalls die jeweiligen Kontakt-beschränkungen. Wenn sich nachweislich der Umzug nicht verschieben lässt und auch kein professionelles Unternehmen beauftragt werden kann, dürfen Städte
und Gemeinden im Ausnahmefall von der Regelung abweichen (§ 17 Abs. 1
Corona-VO). In diesem Fall muss sich der Umziehende vorher mit dem Ordnungs-
amt vor Ort in Verbindung setzen. Ggf. kann eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden.

Professionell von Umzugsunternehmen durchgeführte Umzüge sind weiter uneingeschränkt möglich. Dabei gelten die Vorgaben der Corona-Verordnung des Landes (Corona-VO) und des Arbeitsschutzes.


Neuer Mieter

Der neue Mieter hat grundsätzlich ein Recht auf Einzug bzw. auf eine freie
Wohnung. Es können sich aber Verzögerungen durch zu beachtende Kontakt-
beschränkungen ergeben, da Umzüge hierdurch beeinträchtigt sein können.
Aktuell ist dies aber nur bei höheren Inzidenzstufen vorstellbar.

Kann der Vormieter unverschuldet nicht ausziehen, wird man die Verzögerung
auch dem Vermieter nicht als Verschulden anlasten können.

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4. Instandhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten in Mietwohnungen

Darf der Mieter Handwerkern den Zutritt zur Wohnung verweigern?

Der Einsatz von Handwerkern oder Dienstleistern in Wohnungen ist unter Be-
achtung der allgemeinen Abstandsregel des § 2 Abs. 1 Corona-VO (Mindest-
abstand von 1,50 Metern zu anderen Menschen) möglich.

Aktuell wird man Handwerkern den Zutritt zur Wohnung – auch vor dem Hinter-
grund der niedrigen Inzidenzen - nicht verweigern können, wenn die Abstands-
und Hygieneregeln eingehalten werden können. Dies gilt insbesondere für sicherheitsrelevante Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen. Es besteht ein Duldungsanspruch gegenüber dem Mieter. Verschiebbare Termine sollten jedoch
im Sinne einer Kontaktminimierung auf einen späteren Zeitpunkt terminiert werden. Grundsätzlich darf ein Handwerker aber seiner Tätigkeit nachgehen.


Können Handwerker Aufträge stornieren?

Aufträge können zum Schutz der Gesundheit der Beschäftigten auch vom Hand-
werksbetrieb storniert oder im Einvernehmen mit dem Auftraggeber verschoben werden. Dies gilt insbesondere, wenn die Arbeiten unter Beachtung der aktuellen Sicherheits- und Hygienestandards nicht ausgeführt werden können.



Muss der Schornsteinfeger in die Wohnung gelassen werden?

Schornsteinfeger dürfen ihren Tätigkeiten nachgehen, sofern die Sicherheits- und Hygieneregelungen eingehalten werden. Dies betrifft insbesondere die Arbeiten auf dem Dach oder im Heizungskeller. Aber auch der Einsatz in Wohnungen ist unter Beachtung der aktuellen Sicherheits- und Hygienestandards möglich.

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5. Verstoß des Mieters gegen die Corona-VO

Müssen Vermieter dafür Sorge tragen, dass die Hygienevorschriften und Kontaktsperren im Haus eingehalten werden?

Die Hygienevorschriften, Abstandsgebote, Obergrenzen für private Veranstal-
tungen und Ausgangsbeschränkungen richten sich an die Einzelpersonen. Es ist
also jeder einzelne Bewohner / Mieter angehalten, sich an die Vorschriften zu
halten. Der Vermieter hat keine Garantenfunktion für seine Mieter.

Sollten dem Vermieter unzulässige Zusammenkünfte in den Wohnungen bekannt werden, sollte er die Mieter jedoch darauf hinweisen, dass diese untersagt sind.
Bei uneinsichtigen Mietern kann auch eine Anzeige bei den zuständigen Behörden erfolgen.

Sollten andere Bewohner des Hauses durch absichtliche Verstöße gegen die geltenden Vorschriften belästigt oder gefährdet werden, sollte der Vermieter den Störer abmahnen. Zusätzlich können die betroffenen Bewohner gegebenenfalls
eine Anzeige bei den zuständigen Behörden erstatten.


Kann Mietern gekündigt werden, die die Hygienevorschriften etc. im Haus nicht einhalten?

Ein Verstoß gegen die Hygiene- und Abstandsvorschriften stellt grundsätzlich
keinen Grund für eine Kündigung dar. Sollten hierdurch jedoch absichtlich andere Bewohner gefährdet werden, kann dies zum Schutz der übrigen Mieter eine Kündigung rechtfertigen oder sogar erforderlich machen. Vor einer Kündigung
sollte der Mieter jedoch in der Regel abgemahnt werden.

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6. Immobiliendarlehen

Welche Erleichterungen gibt es für Immobiliendarlehen?

Aktuell gibt es keine speziellen Regelungen mehr. Von einer Sonderregelung betroffen waren nur Zins und Tilgung für Verbraucherkredite, die vor dem 15. März 2020 abgeschlossen wurden. Bei derartigen Darlehen konnten im Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni 2020 die fälligen Zins- und Tilgungszahlungen ausgesetzt werden. Dieses "gesetzliche Moratorium" ist Ende Juni 2020 ausgelaufen. D.h.,
seit Juli 2020 müssen die fälligen Zahlungen wieder erbracht und die gestundeten Raten - jeweils zeitlich verschoben - nachgezahlt werden.


Für welchen Zeitraum galt die Stundung?

Wie oben erwähnt, galten alle zwischen dem 1. April 2020 u. dem 30. Juni 2020 fälligen Zahlungen (Rückzahlung, Zinsen, Tilgung) ab jeweiliger Fälligkeit für drei Monate von Gesetzes wegen als gestundet.

Beispiel: Eine am 1. April 2020 fällige Kreditrate musste erst am 1. Juli 2020
gezahlt werden, eine ab 1. Mai 2020 fällige Rate erst am 1. August 2020 usw.

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7. Staatliche Hilfen

Welche staatlichen Hilfen können Eigenheimbesitzer in Anspruch nehmen?

Auch Eigentümer von Eigenheimen, Eigentumswohnungen oder anderen Formen
von selbst bewohntem Eigentum haben einen Wohngeldanspruch (s. o.) in Form des Lastenzuschusses. Wohngeld als Lastenzuschuss wird nur gewährt, wenn die Immobilie selbst und zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird.

Auch Inhaber eines eigentumsähnlichen Dauerwohnrechts und Erbbauberechtigte sowie diejenigen, welche einen Anspruch auf Übereignung eines Gebäudes oder einer Wohnung haben, können diesen Anspruch ebenfalls wahrnehmen.

Gibt es staatliche Hilfen für Vermieter?

Nein. Bislang hat es der Staat versäumt, eine bundesweite Förderung von
Vermietern, zum Beispiel bei ausbleibenden Mietzahlungen, auf den Weg zu
bringen.

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8. Umsatzsteuer

Handwerkerleistungen – abgesenkter Umsatzsteuersatz z. 31.12.2020 ausgelaufen!

Wurden einheitliche Bauleistungen in der Zeit ab dem 1.7.2020 bis 31.12.2020 ausgeführt (in der Regel ist hier die Abnahme durch den Auftraggeber maß-
geblich), unterliegt die gesamte Leistung dem Regelsteuersatz von 16 %, unab-
hängig davon, in welchem Umfang schon (mit 19 %) besteuerte Anzahlungen geleistet worden waren. Entsprechend ist die gesamte Leistung dann wieder dem Regelsteuersatz von 19 % zu unterwerfen, wenn die Leistung nach dem 31.12.20 ausgeführt wurde.

WICHTIG: Die Sonderregelung zur Absenkung des Umsatzsteuersatzes von
19 % auf 16 % ist zum 31.12.2020 ausgelaufen. Eine Verlängerung wurde
nicht beschlossen!



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9. Grundsteuererlass

Grundsteuererlass für Vermieter

Vermieter haben grundsätzlich Anspruch auf einen Teilerlass der Grundsteuer,
wenn sie im vergangenen Jahr unverschuldet erhebliche Mietausfälle hatten.
Hierzu zählen insbesondere auch Corona bedingte Mietausfälle. Entsprechende Anträge für das Jahr 2020 konnten bis 31.03.2021 gestellt werden. Zuständig
für den Erlassantrag waren die Steuerämter der Städte und Gemeinden.

Die Frist ist nicht verlängerbar. Wurde der Termin versäumt, kommt nur noch
ein Erlass im Ermessen des Finanzamtes in Frage.

Die Grundsteuer für vermietete Immobilien wird erlassen, wenn die Mieterträge entweder um mehr als 50 Prozent hinter dem normalen Rohertrag einer Immobilie zurückgeblieben sind oder eine Immobilie vollkommen ertraglos war. Im ersten
Fall werden 25 Prozent der Grundsteuer erlassen, im zweiten Fall 50 Prozent.

Der Erlass ist immer dann möglich, wenn die Ursache der Mietausfälle in Leer-
stand, allgemeinem Mietpreisverfall oder struktureller Nichtvermietbarkeit liegt.
Auch außergewöhnliche Ereignisse, wie Wohnungsbrände oder Wasserschäden,
die zu Leerstands bedingten Mietausfällen führen, berechtigen zu einem Grund-
steuererlass. Allerdings darf der Vermieter die Mietausfälle nicht selbst verschuldet haben. Dies setzt bei nicht vermieteten Wohnungen vor allem ernsthafte und nachhaltige Vermietungsbemühungen voraus, die stets dokumentiert werden
sollten. Auch dürften diejenigen Vermieter nicht von einem Erlass profitieren, die
im vergangenen Jahr wegen der Pandemie aus eigenem Antrieb die Miete
erlassen oder reduziert haben.


Sie haben noch Fragen? Rufen Sie uns an oder schicken Sie uns eine E-Mail:

Haus & Grund Friedrichshafen e.V.
Hochstraße 1, 88045 Friedrichshafen
E-Mail: pilgrim@kanzlei-fn.de
Tel.: 07541 / 28 96 75

Hinweise für Vermieter und Eigentümer ( als PDF-Dokument, 467 KB )

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WEG-REFORM 2020

Am 1. Dezember 2020  sind die Änderungen des Wohnungs- eigentumsmodernisierungs- gesetzes (WeMoG) in Kraft getreten. Damit wird das WEG grundlegend verändert.

Infoblatt.52 | PDF-Download

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Ab 01.01.2020 – Anpassung der Mitgliedsbeiträge.


Anpassung der Mitgliedsbeiträge gemäß Beschluss der Mitgliederversammlung vom 10. Dezember 2019 (einstimmig):

Jahresbeitrag ab 01.01.20: 55,- € (bisher 45,- €).

Aufnahmegebühr ab 01.01.20: 30,- € (bisher 20,. €).

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Zuschuss für Vermieter soll Wohnraumsituation verbessern.

Der Gemeinderat beschließt Änderung der Zuschussregelung: Private Vermieter sollen dazu bewegt werden, der Stadt verstärkt Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

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Ab dem 1. November 2015 gilt
das neue Melderecht.


Mit dem Inkrafttreten müssen Vermieter bei der An- und Abmeldung ihrer Mieter mitwirken.
Im neuen Infoblatt 41 werden die wichtigsten Vermieter-Fragen zum neuen Melderecht beantwortet.
Das Informationsblatt kann ab sofort bei Haus & Grund Deutschland bestellt werden.

Infoblatt.41 | PDF-Download

"Formblatt "Wohnungsgeber-
bestätigung" nach § 19 Bundes-
meldegesetz zum Download"

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Ministerium übergeht Häfler Gemeinderatsbeschluss: Mietrechtlich unausgewogene Verordnungen des Landes sind politische Feigenblattmaßnahmen im Landtagsvorwahlkampf ohne Rücksicht auf Verhältnisse vor Ort

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Beitragsinformation zur Mitgliedschaft Friedrichshafen:
PDF-Download

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Mietspiegel und Mietpreis-Online-Rechner für Friedrichshafen:
www.mietspiegel.friedrichshafen.de

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Aktuelle Pressemitteilungen
Zentralverband:
www.hausundgrund.de

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Förderübersicht Energie für
Wohngebäude in Baden-Württemberg:
www.energietag-bw.de

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